Aufgeräumter Werkplatz — Foto: Unsplash
Haltung

Get naked.

28. Februar 2026 · 2 Min. Lesezeit

Kein Anglizismus zur Provokation. Eine Haltung. Und die einzige Arbeitsweise, die langfristig funktioniert: ehrlich mit Kunden zu sein.

Vor ein paar Jahren kam Inovamed auf mich zu. Ein Unternehmen mit 30 Jahren Geschichte, gewachsenen Strukturen und einem Corporate Design, das diese 30 Jahre in jeder Schicht trug. Viele Köpfe, viele Entscheider, viele Meinungen. Das klassische Setup für ein Projekt, das nirgendwo hinführt.

Was ich ihnen gesagt habe, war nicht das, was sie hören wollten.

Fangt von vorne an. Kein Patchwork. Kein „wir modernisieren ein bisschen hier und da“. Reißt ab und baut neu — sauber, konsequent, ohne Altlasten.

Das war unbequem. Solche Gespräche sind es immer. Aber es war ehrlich. Und am Ende war es genau das, was das Projekt gerettet hat — nicht meine Präsentation, nicht mein Portfolio, sondern das Gespräch davor. Das direkte, ungeschminkte.


Ich sehe das Gegenteil davon regelmäßig, wenn neue Kunden zu mir kommen.

Der Pitch war grandios. Professionell, vorbereitet, mit Geschäftsführer und dem kompletten Kreativteam im Raum. Man kümmert sich. Man versteht die Marke. Man hat Ideen. Der Handschlag fühlt sich gut an.

Und dann beginnt das eigentliche Projekt.

Der Geschäftsführer verschwindet. Ein Projektmanager übernimmt. Dann eine Assistentin. Dann — in mehr Fällen als man denkt — ein Praktikant. Das Briefing, das am Anfang so präzise klang, wird in jeder Übergabe ein bisschen weicher. Das Interesse löst sich auf. Am Ende bekommt der Kunde etwas geliefert, das irgendwie passt — aber nicht das, wofür er bezahlt und worauf er sich gefreut hat.

Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Geschäftsmodell.

Das Gegenmodell

Ich arbeite anders. Nicht weil ich besser organisiert bin — sondern weil ich von Anfang an keine Fassade aufbaue, die ich später aufrechterhalten müsste.

Preise kommen früh auf den Tisch. Nicht nach dem dritten Meeting, nicht nach dem ersten Konzept, nicht wenn der Kunde schon emotional investiert ist. Früh. Klar. Mit Begründung.

Konzepte werden nicht präsentiert — sie werden entwickelt. Mit dem Kunden, nicht für ihn. Das bedeutet manchmal unbequeme Zwischenstände, halbfertige Ideen, offene Fragen. Aber es bedeutet auch, dass am Ende niemand überrascht ist. Nicht der Kunde. Nicht ich.

Und wenn etwas nicht funktioniert, sage ich das. Bevor es ein Problem wird, nicht danach.

Das ist nicht romantisch. Es ist manchmal unangenehm. Aber es ist die einzige Art zu arbeiten, bei der ich morgens ohne schlechtes Gewissen an den Schreibtisch sitze.

Wie ich arbeite

Get naked bedeutet nicht, alles preiszugeben. Es bedeutet, nichts zu verstecken was relevant ist.

Kein Bullshit-Marketing. Keine aufgeblasene Sprache für einfache Konzepte. Kein künstliches Komplexhalten, um unersetzlich zu wirken.

Die Kunden, die das nicht wollen, sind meistens auch nicht die, mit denen wirklich gute Arbeit entsteht. Das sage ich nach 25 Jahren. Nicht als Warnung — als Erfahrung.

Transparenz fängt für mich damit an, keine Fassade aufzubauen — das geht Hand in Hand mit dem, was ich in Mehr Herz, weniger Hirn beschreibe. Wer sich für ehrliche Kommunikation im Business interessiert, lohnt sich ein Blick auf bipulse.studio — dort zeige ich, wie ich das in der Praxis umsetze.

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