Scanner oder ADHS? Die Grenze verschwimmt.
Ich bin über einen Artikel gestolpert, der eine Frage stellt, die mich seit Jahren beschäftigt. Bin ich eine Scanner-Persönlichkeit — oder habe ich ADHS?
Die Autorin beschreibt etwas, das mir bekannt vorkommt. Diese ständige Neugier auf neue Themen. Dieses Springen zwischen Projekten. Diese Unfähigkeit, bei einer Sache zu bleiben.
Allerdings kenne ich das auch anders.
Wenn Stärke zur Schwäche wird
Ich habe Bipulse 2001 gegründet. Einfach angefangen, ohne Plan. Parallel dazu unterrichte ich seit 2002 an der Zuyd Hogeschool. Dazu kam Urban Golf. Dann Crossgolf Aachen e.V.
Manche nennen das Scanner-Persönlichkeit. Vielseitigkeit als Stärke.
Trotzdem frage ich mich manchmal: Wäre ich erfolgreicher, wenn ich mich auf eine Sache konzentrieren könnte? Wenn ich nicht ständig neue Baustellen aufmachen würde?
Die Antwort ist vermutlich: Ja. Aber ich wäre nicht ich.
Die Kunst des bewussten Springens
Heute nutze ich diese Eigenschaft gezielter. Claude für Texte. Midjourney für Visuals. Cinema 4D für 3D. Jedes Tool hat seinen Platz. Digital klappt das bei mir meistens besser, aber ich merke, dass ich an meinen analogen Fähigkeiten mindestens genauso arbeiten muss … Organisieren/Aufräumen, Termine planen, Pünktlichkeit … die Liste ist beliebig erweiterbar.
Dennoch bleibt die Frage: Ist das eine Begabung oder eine Störung?
Vielleicht ist es auch egal. Wichtiger ist: Wie gehe ich damit um? Wie nutze ich diese Rastlosigkeit konstruktiv?
Der Artikel bringt es auf den Punkt: Scanner-Persönlichkeiten brauchen Struktur. Nicht weniger Projekte — sondern bewusstere Projekte.
Ich arbeite daran. Jeden Tag.