Hab ich ADHS?
Die Liste liegt vor mir.
12 Symptome für ADHS bei Erwachsenen. Ich gehe sie durch — einen Punkt nach dem anderen.
„Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.“ Check.
„Vergesslichkeit im Alltag.“ Check.
„Probleme beim Organisieren.“ Check.
Dann wird es kompliziert.
Wenn alle Symptome auf einen zutreffen
Wer hat heute keine Konzentrationsprobleme? Trotzdem scrolle ich weiter durch die Liste.
„Innere Unruhe.“ Ja, kenne ich.
„Impulsivität.“ Manchmal.
„Schwierigkeiten beim Zuhören.“ Hängt vom Gesprächspartner ab.
Jetzt bin ich bei 6 von 12. Das ist schon die Hälfte.
Aber ist das ADHS — oder einfach das Jahr 2026?
Die Grauzone
Der Unterschied liegt im „wie sehr“. Vergesse ich gelegentlich den Schlüssel? Oder verliere ich täglich wichtige Dinge?
Kann ich mich schlecht konzentrieren wenn ich müde bin? Oder schaffe ich grundsätzlich keine 10 Minuten?
Die Symptome sind die gleichen. Die Intensität macht den Unterschied.
Deshalb kann nur ein Facharzt diese Diagnose stellen. Nicht Dr. Google. Auch nicht die beste Freundin.
Ich kenne Menschen mit diagnostiziertem ADHS. Sie beschreiben es als Erleichterung — endlich eine Erklärung zu haben.
Andere sagen: „Früher war das normal. Heute hat alles einen Namen.“
Beides kann gleichzeitig wahr sein.
Falls die Symptome dein Leben beeinträchtigen — rede mit einem Arzt. Falls sie nur nervig sind — willkommen im Club.