Ikigai.
Ich bin kein Freund von Lebensratgebern. Meistens sind sie zu glatt, zu universell, zu sehr darauf ausgelegt dass man sich nach dem Lesen gut fühlt ohne irgendetwas zu ändern. Die Bedeutung von Ikigai aber hat mich erwischt.
Aber Ikigai hat mich erwischt. Weil es keine Anleitung ist. Nur eine Frage.
Warum stehst du morgens auf?
Der rote Faden
Ich habe lange nicht darüber nachgedacht. Ich habe einfach gemacht. Bipulse gegründet, Kurse an der Zuyd gegeben, Urban Golf aufgebaut, Crossgolf-Verein geleitet — alles irgendwie parallel, alles irgendwie gleichzeitig. Wenn Leute fragen wie ich das alles unter einen Hut bekomme, zucke ich meistens mit den Schultern.
Aber wenn ich ehrlich bin: es gibt einen roten Faden. Er heißt Kommunikation.
Ich mag Menschen. Ich mag es, mit ihnen zu reden, sie zu verstehen, Ideen hin und her zu werfen. Im Büro genauso wie auf dem Crossgolf-Platz. Mit Unternehmern genauso wie mit Studierenden an der Zuyd. Ich versuche nicht in einer Bubble zu versauern — beruflich nicht, privat nicht. Verschiedene Menschen, verschiedene Kontexte, verschiedene Gespräche. Das hält einen wach.
Dazu kommt das Gestalterische. Kreative Projekte, bei denen ich wirklich etwas forme — am Bildschirm oder mit den Händen zuhause. Momente wo die Zeit aufhört zu existieren. Das ist kein Klischee. Das passiert wirklich.
Das Konzept Ikigai beschreibt den Schnittpunkt von vier Dingen: was du liebst, was du kannst, was die Welt braucht und wofür du bezahlt wirst. Irgendwo in der Mitte liegt der Grund, morgens aufzustehen.
Ich würde lügen, wenn ich behaupte ich hätte das bewusst gesucht. Ich habe es eher rückwärts gefunden — indem ich irgendwann gemerkt habe, dass ich im Grunde das gleiche machen würde, auch wenn der finanzielle Druck weg wäre. Vielleicht etwas ruhiger. Aber das gleiche.
Ich meine das wirklich so.
Auf Energie hören
Ich erzähle das nicht um zu sagen, dass ich alles richtig gemacht habe. Ich habe vieles falsch gemacht — und tue es noch. Aber ich habe früh angefangen, auf das zu hören was mir Energie gibt statt auf das was nach Karriere aussieht.
Das ist der einzige Rat den ich hier gebe. Nicht weil er neu ist. Sondern weil die meisten Menschen ihn kennen und trotzdem nicht befolgen.
Warum stehst du morgens auf?
Wer seinen eigenen Antrieb sucht, findet vielleicht in Nicht labern, machen einen praktischen Einstieg. Das Konzept des Ikigai stammt aus der japanischen Lebensphilosophie — Wikipedia fasst es gut zusammen.