AlltagReflexion

Zurück in die Selbstständigkeit, der Konzern kam einfach mit

15. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Ich war mal fest angestellt. Bei einem großen Pharmakonzern, mit eigenem Schreibtisch, eigener E-Mail-Adresse, allem Drum und Dran. Die Trennung kam ohne Vorankündigung, erklärt hat sie mir bis heute niemand richtig. Heute bin ich zurück in die Selbstständigkeit, mit bipulse.studio, und ausgerechnet dieser Konzern gehört wieder zu meinen Kunden. Die Geschichte dahinter will ich hier mal aufschreiben.

Wie aus einem Kunden ein Arbeitgeber wurde

Angefangen hat alles unspektakulär. Ich habe mit bipulse.studio für einen Kunden aus der Pharma-Branche gearbeitet, kleinere Projekte, nichts Großes. Irgendwann wechselte mein Ansprechpartner dort zu einem größeren Pharmakonzern und hat mich als Agentur einfach mitgenommen. Erst ab und zu ein Projekt, dann immer häufiger. Irgendwann saßen wir zusammen und haben überlegt: Wäre es nicht einfacher, wenn ich fest dazugehöre? Das Unternehmen hätte mich dann jederzeit zur Verfügung, ich hätte etwas Sicherheit.

Ganz aufgegeben habe ich bipulse.studio trotzdem nicht. Es lief weiter, in kleinerem Umfang, für ein paar Kunden, die mir wichtig waren. Auch mein Lehrauftrag an der Hochschule blieb bestehen. Ich hatte also schon damals mehrere Rollen gleichzeitig, das zieht sich bei mir durch, wie ich in Warum ich nie nur einen Job hatte beschrieben habe.

Ohne eigenes Team im Konzern

Mein Einstieg war im Marketing, zuständig für digitale Tools und Lösungen. Ein eigenes Team hatte ich nicht, eher Kollegen, die mich unterstützt haben. Für jemanden, der sonst im eigenen Studio die Entscheidungen trifft, war das schon eine Umstellung. Später wurde ich in andere Bereiche verschoben, zuletzt war ich für digitale Aktivierung zuständig.

Im Rückblick habe ich aus der Zeit vor allem eins mitgenommen: wie so ein Konzern von innen tickt. Wer entscheidet, wie lange eine Freigabe dauert, welche Produkte es gibt und wie sie entstehen. Das sollte mir später noch nützen, aber das wusste ich damals natürlich nicht.

Ein Ende, das ich mir anders gewünscht hätte

Die Trennung war unschön. Ohne Vorankündigung, erklärt hat sie mir bis heute keiner richtig. Ich glaube, so gehen manche Konzerne eben mit ihren Leuten um. Mit meiner Arbeit hatte es, soweit ich weiß, nichts zu tun. Die genauen Gründe sind mir inzwischen auch egal, ehrlich gesagt. Danach ist einfach zu viel Gutes passiert.

Traue ich mich zurück in die Selbstständigkeit?

Viel mehr als die Trennung selbst hat mich danach eine Frage beschäftigt: Kann ich einfach so zurück in die Selbstständigkeit? Verzeihen mir die Kunden, die ich während der Festanstellung nur noch nebenbei betreut habe? Oder haben die sich längst eine andere Agentur gesucht?

Die Antwort hat mich ehrlich überrascht. Die meisten waren froh, endlich wieder mehr von mir zu haben, und sind zu bipulse.studio zurückgekommen. Das war eine Erleichterung. Ehrlich gesagt hat mich das auch ein bisschen stolz gemacht.

Ein halbes Jahr später klopfte der Konzern wieder an

Im Team wollte man eigentlich immer mit mir weiterarbeiten. Nach der Trennung gab es so etwas wie eine Karenzzeit, ich glaube ungefähr ein halbes Jahr. In der Zeit wechselten auch ein paar Leute in Entscheiderpositionen. Dann kam die Anfrage, ob ich wieder einsteigen will, diesmal als Freelancer.

Heute bin ich formal Freelancer, werde aber behandelt wie ein Mitarbeiter